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Heizung

Kurz und knapp

  • Wegen der CO2-Bepreisung wird es von Jahr zu Jahr immer teurer Heizungen mit Öl und Gas zu betreiben.
  • Wenn Quartiere mit Wärmenetzen versorgt werden, brauchen Sie keinen eigenen Wärmeerzeuger mehr im Haus.
  • Wärmepumpen sind eine verlässliche und klimafreundliche Alternative – auch in energetisch ordentlichen Bestandsgebäuden.
  • Pelletheizungen eignen sich im ländlichen Raum und energetisch schwierigen Gebäuden. 
  • Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bietet umfangreiche Fördermittel für den Heizungstausch.

Wann muss eine Heizung getauscht werden?

Die durchschnittliche Lebensdauer einer Heizungsanlage beträgt rund 20 Jahre. Ältere Anlagen sind in der Regel so ineffizient, dass sie nicht nur das Klima, sondern auch den Geldbeutel belasten. Es gilt außerdem ein Betriebsverbot für Ü-30-Heizungen. Daher steht zukünftig Jahr für Jahr in tausenden Gebäuden der Heizungstausch an. In Baden-Württemberg muss bei jedem Heizungstausch das Erneuerbare-Wärme-Gesetz erfüllt werden.

Wird eine Ölheizung ersetzt, muss man den Tank reinigen und dann entweder ausbauen und entsorgen oder sachgemäß stilllegen und verfüllen.

Welche Rolle spielt der CO₂-Preis?

Seit Januar 2021 gilt im Gebäudesektor die Bepreisung von Kohlendioxid (CO2). Jahr für Jahr steigen damit die Kosten für die fossilen Energieträger Erdgas und Heizöl. Eine Beispielrechnung für ein Zweifamilienhaus mit Ölheizung und einem jährlichen Verbrauch von 3.000 Litern Heizöl zeigt: Je nach angenommener Entwicklung der CO2-Bepreisung betragen die Zusatzkosten in den nächsten 20 Jahren rund 25.000 Euro.

Zum Vergleich: Bei den erneuerbaren Energieträgern fallen nach aktuellen Vorgaben keine Zusatzkosten an. Die CO2-Emissionen von Strom werden im Rahmen des europäischen Emissionshandels bereits seit 2005 in den Strompreis mit eingerechnet.

Was ist die kommunale Wärmeplanung?

In Baden-Württemberg müssen alle Städte ab 20.000 Einwohnern bis Ende 2023 eine kommunale Wärmeplanung erstellen. In kleineren Gemeinden wird die Wärmeplanung vom Land gefördert. Ziel der Planung ist es, zu klären, wie die Wärmeversorgung der gesamten Kommune klimaneutral werden kann. Dabei wird unter anderem geprüft, welche Stadtteile oder Wohngebiete zukünftig mit Wärmenetzen versorgt werden können. In diesem Fall wird die Wärme zentral bereitgestellt und über ein Netz an die Gebäude verteilt. Das einzelne Gebäude hat also keinen eigenen Wärmeerzeuger mehr und kann die „Dienstleistung Wärme“ an einen spezialisierten Anbieter abgeben, der auf Effizienz und Klimaschutz optimiert arbeitet.

Aber: viele Quartiere und Wohngebiete werden wegen fehlender Infrastruktur gar nicht oder erst in mehreren Jahren mit Wärmenetzen versorgt werden können. In diesem Fall müssen die Gebäude weiterhin mit einem eigenen Wärmeerzeuger beheizt werden.

Informieren Sie sich bei Ihrer Kommune, ob für Ihr Quartier bereits ein Wärmenetz geplant wird.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Über die Hälfte der neu errichteten Wohngebäude wird bereits mit Wärmepumpen beheizt. Auch in Bestandsgebäuden kommen immer mehr Wärmepumpen zum Einsatz. Sie liefern verlässlich die gewünschte Wärme, sparen viel CO2 und bei guter Planung auch Geld ein.

Es gibt zwei gängige Arten von Wärmepumpen: Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen, landläufig auch als Erdwärmepumpen bezeichnet, wird eine Flüssigkeit durch im Erdreich verlegte Rohrleitungen gepumpt und dabei von der Temperatur des Bodens erwärmt. Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen Außenluft als Wärmequelle. Alle Wärmepumpen haben gemeinsam, dass die aufgenommene Wärme anschließend mit Hilfe von Strom auf ein höheres Temperaturniveau für Heizung und Warmwasser gebracht wird. In der Regel sollten Wärmepumpen dabei aus einem Teil Strom drei bis vier Teile Wärme produzieren. Dieses Verhältnis wird durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) ausgedrückt und bedeutet, dass Wärmepumpen gegenüber herkömmlichen Wärmeerzeugern deutlich effizienter sind. Erdwärmepumpen erreichen meist eine JAZ von vier, während die von Luft-Wasser-Wärmepumpen eher bei drei liegt.

Der Strom für den Betrieb einer Wärmepumpe wird mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien zunehmend klimafreundlich. Besonders günstig ist die Kombination einer Wärmepumpe mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage. Allerdings reicht gerade in der Heizperiode der eigenerzeugte Strom im Normalfall nicht allein für den Winter-Betrieb einer Wärmepumpe aus, sodass ein erheblicher Anteil Strom dazugekauft werden muss.

Manche Wärmepumpen können im Sommer übrigens auch passiv kühlen. Dabei entziehen sie den Innenräumen über die Heizflächen Wärme und geben sie an das Grundwasser oder das Erdreich ab. Eine aktive Kühlung mit Luftwärmepumpe ist nur sinnvoll, wenn dazu der Strom der eignen Photovoltaik-Anlage genutzt wird.

Eignet sich die Wärmepumpe für jedes Haus?

Fossile Heizsysteme speisen Wasser meist mit hohen Temperaturen von 60 bis 90 Grad ins Heizsystem ein. Die Temperatur dieses Wassers bezeichnet man als Vorlauftemperatur. Wärmepumpen arbeiten effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Um mit niedrigeren Temperaturen trotzdem eine angenehme Wärme zu erzeugen, muss der energetische Zustand eines Gebäudes ein Mindestmaß an Effizienz erfüllen und die Heizflächen ausreichend groß sein – das Gebäude ist dann fit für den Einsatz erneuerbarer Energien und kann als EE-fit bezeichnet werden.

Mit der Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke und ggf. einem Fenstertausch sinken die Wärmeverluste des Gebäudes und damit das erforderliche Temperaturniveau der Heizung.
Manchmal sind keine Dämmmaßnahmen nötig und es reicht bereits der Austausch einzelner Heizkörper, um die Vorlauftemperatur abzusenken. Ideal für den wirtschaftliche Betrieb von Wärmepumpen sind Vorlauftemperaturen von deutlich unter 55 Grad. Fast alle Fußbodenheizungen werden mit deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen betrieben.

Ob sich das eigene Gebäude für eine Wärmepumpe eignet, kann man selbst testen. Stellen Sie dazu an einem sehr kalten Tag (minus 10 Grad Celsius Außentemperatur) die Vorlauftemperatur des Heizkessels auf 50 bis 55 Grad ein und drehen Sie die Heizkörper auf. Werden alle Räume ausreichend warm, können Sie mit einer Wärmepumpe heizen.

Muss man erst sanieren, bevor die Wärmepumpe funktioniert?

Grundsätzlich empfehlen Fachleute, erst den Energiebedarf und damit auch die nötige Vorlauftemperatur zu senken und dann die entsprechende Heizung einzubauen. Da sich der Markt für Wärmepumpen jedoch stetig weiterentwickelt hat, gibt es bereits heute Wärmepumpen, die höhere Vorlauftemperaturen liefern. Darunter leidet jedoch immer die Effizienz. Trotzdem können Wärmepumpen in den meisten Ein- und Zweifamilienhäusern die fossilen Heizungen ersetzen.

In Mehrfamilienhäusern kommen Wärmepumpen immer wieder an ihre Grenzen. Denn aufgrund der Eigentümerstrukturen in Mehrfamilienhäusern ist es schwierig, überall die passenden Heizflächen zu installieren. Der effiziente Betrieb einer Wärmepumpe ist daher nicht ohne weiteres umsetzbar. Hier bieten sich entweder dezentrale Lösungen mit mehreren Wärmepumpen oder Hybrid-Wärmepumpen an, bei denen ein beispielsweise ein Gasbrennwertgerät dann einspringt, wenn die Leistung der Wärmepumpe nicht ausreicht.

Was ist eine Pelletheizung?

Wo Wärmepumpen nicht zum Einsatz kommen können, sind auch nachwachsende Rohstoffe in Form von Holzhackschnitzeln oder Holzpellets eine Alternative zu Öl und Gas. Moderne Holzheizungen haben nichts mehr gemein mit staubigen und mühsam zu befeuernden Holzöfen früherer Generationen. Sie arbeiten automatisiert und sind fast so bequem zu bedienen wie andere Heizungsanlagen. Als klimafreundliche Option macht der Einsatz von Pellets vor allem im ländlichen Raum Sinn. In dicht besiedelten städtischen Wohngebieten ist der entstehende Feinstaub wegen der zusätzlichen Luftverschmutzung ein wichtiges Thema.

Holz ist eine gefragte Ressource, weil es CO2 bindet, das jedoch beim Verbrennen wieder freigesetzt wird. Auch wenn diese Emissionen als klimaneutral gelten, sollte Holz als Brennstoff nur in Gebäuden eingesetzt werden, die nicht oder nur schwer sanierbar sind und deshalb hohe Vorlauftemperaturen benötigen – zum Beispiel Denkmäler. Alle anderen profitieren von einer Wärmepumpe oder dem Anschluss an ein Wärmenetz. Diese Heizungstechnologien sind bei effizientem Betrieb deutlich günstiger. Außerdem benötigt man keinen Lagerplatz für Pellets. Darüber hinaus sind die Anschaffungskosten für Wärmepumpen meist wesentlich geringer. Bei Wärmenetzen gibt es keine Investitionskosten in einen eigenen Wärmeerzeuger, sondern Anschlusskosten in Form eines Grundpreises.

Gibt es Förderung für eine neue Heizung?

Die Förderung für effiziente Heizungen ist umfangreich. Wer von Öl oder Gas auf eine mit erneuerbaren Energien betriebene Heizungsanlage z.B. eine Wärmepumpe umsteigt, kann bis zu 40 Prozent Fördermittel erhalten. Beim Umstieg auf Holzpellets sind es bis zu 20 Prozent. Daher kann sich der Wechsel auf einen modernen Wärmeerzeuger auch bei Heizungen lohnen, die noch keine 20 Jahre alt sind.

Zu den förderfähigen Kosten zählen nicht nur die für Anschaffung, Installation und Inbetriebnahme, sondern auch viele der dafür erforderlichen Begleitmaßnahmen. Unter diese sogenannten Umfeldmaßnahmen fallen beispielsweise die Wärmedämmung von Rohrleitungen, der Ersatz alter Standardheizkörper durch Niedertemperatur-Heizkörper, Flächenheizungen einschließlich der erforderlichen Aufbauten, die Kosten für die Warmwasserbereitung und nötige Umbauarbeiten von Heiz- und Technikräumen sowie der Rückbau des Schornsteins oder die Entsorgung des Öltanks.

Egal welche Heizung, die richtige Einstellung des Heizsystems ist essenziell. Mit dem hydraulischen Abgleich wird die Verteilung des Warmwassers im Heizungssystem voreingestellt. Jeder Heizkörper erhält genau die Menge an warmem Wasser, die nötig ist, um den Raum auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Den hydraulischen Abgleich muss ein Fachbetrieb durchführen – dafür gibt es auch Fördergelder. Achten Sie auf die Durchführung nach dem Verfahren B, nur dann wird wirklich präzise gerechnet und die Heizlast korrekt erfasst.

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